Doktorfische
Die Doktorfische oder auch Chirugenfische verdanken ihren Namen den scharfen Skalpellen. Es handelt sich um hornartige Sicheln, welche sie an beiden Seiten der Schwanzwurzel tragen. Die rasiermesserscharfen Skalpelle sind aus einer Schuppe entstanden. Im Ruhezustande der Fische sind diese an den Körper an geklappt. Bei Gefahr fahren die Doktorfische diese Skalpelle durch heftiges Schwanzschlagen aus. Diese Art der Verteidigung wird gegen Raubfische und auch gegen eigene Artgenossen eingesetzt. In beiden Fällen handelt es sich ausschließlich um eine Verteidigung, da die Doktorfische ihren Schutz nicht aktiv benutzen können. Die Skalpelle haben keine angeschlossen Muskulatur. Verletzungen durch diese messerscharfen Dornen führen in den meisten Fällen auch zu Vergiftungen, obwohl die Fische selber keine Gifte absondern. Vielmehr entsteht eine Vergiftung durch das Eindringen von äußeren Verschmutzungen.Die Doktorfische teilen sich in 80 Arten auf. Dabei weist dieser Artenreichtum auch ein großes Spektrum an unterschiedlichen Farben und auch sehr unterschiedlichen Verhaltensweisen auf. Dies beginnt beim Leben in Schwärme, welche sich zum Fressen vereinen, bis zu vereinzeltem Revierverhalten von Einzelgängern. Die Doktorfische ernähren sich überwiegend von Algen. Dabei haben sich einige Arten auf bestimmte Nahrungsquellen spezialisiert. Gerade diese Spezialisierung auf eine bestimmte Nahrungsquelle gefährdet diese Doktorfische, da mit Wegfalle der Nahrungsquelle (z.B. durch Umwelteinflüsse) auch diese Doktorfische zum Sterben verurteilt sind.
Zum laichen verlassen die Doktorfische die sicheren Riffe, um im offenen Wasser ihre Nachkommenschaft zu sichern. Dabei sind sie natürlich der Gefahr des Gefressen besonders ausgeliefert. Die weiblichen Doktorfische legen eine sehr hohe Anzahl von Eiern ab. Aufgrund ihres Gewichtes und der sie umschließenden Ölschicht, schweben die Eier im offenen Wasser. Die Larven des Doktorfischs ernähren sich die ersten Tage von ihrem Dottersack. Nach einer kurzen mehrmonatigen Entwicklung im offenen Wasser kehren die Jungfische in die Riffe zurück.
Die vielen verschiedenen Farbgebungen machen den Doktorfisch auch so interessant für die Seewasseraquaristik. Dabei handelt es sich um äußerst anspruchsvolle Aquarienbewohner. In erster Linie ist die hohe Wasserqualität zu nennen. Auf der anderen Seite sind der nachhaltige Schwimmtrieb und das teilweise äußerst aggressive Verhalten gegenüber Artgenossen zu beachten. Bei allen im Handel angebotenen Fischen handelt es sich ausnahmslos um Wildfänge. Dies sollte in jedem Fall in die Überlegungen für den Besatz des eigenen Meerwasseraquariums mit Doktorfischen bedacht werden.
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Tags: Aquaristik, Aquarium, meerwasser, Zierfische


Januar 18th, 2009 at 12:44
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